Sonntag, 26. Oktober 2014

6 Wochen Indonesien...

... gehen zuende und gerade die letzten Tage haben uns noch einmal ein ganz anderes Indonesien gezeigt, als wir es aus Sumatra (muslimisch) und Flores (katholisch) kannten. Man kann wohl sagen, dass eigentlich jede Insel Indonesiens ihre eigene Kultur und ihren eigenen Charakter besitzt, den wir entdecken durften:




Nachdem wir in (oder am) Ende wieder in unser Propellerflugzeug gestiegen sind, um in den Westen der Insel Flores zu fliegen (zurück nach Labuanbajo), verbrachten wir zwei Tage dort und aßen Sandwiches mit getrockneten Tomaten und Fetakäse (!!!) sowie richtige italienische Steinofenpizza! Für uns ein 5-Sterne Essen nach 2 Monaten Asien! :-) 


Da Labuanbajo aber sonst nicht viel zu bieten hat, beschlossen wir mal wieder ins bzw. aufs Wasser zu gehen. Zuerst stand ein Tauchtag auf dem Programm, an dem wir wieder wunderbare Tiere und Pflanzen unter der Meeresoberfläche bestaunen durften. 



Am folgenden Tag ging's dann quasi auf Kreuzfahrt :-) Allerdings in der Holzklasse! Das war aber nicht weiter schlimm, denn fast alle der 20 Europäer (Franzosen, Belgier, Holländer, Tschechen, Spanier, ... ) schliefen die 3 Nächte auf Deck und somit gehörte es einfach dazu. Erst waren wir zwar etwas enttäuscht mit so vielen Leuten 4 Tage das Boot teilen zu müssen, aber im Nachhinein sind wir froh, denn es tat gut mal wieder so viele Leute um sich zu haben, die zudem richtig nett waren. Besonders mit Sanne und Arne aus Belgien haben wir uns gut verstanden :-) Das Programm der Tour hatte so einige Highlights zu bieten, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen: Mehrere Schnorchelausflüge, kurze Spaziergänge zu Wasserfällen und Salzseen, schöne Badestrände ... und (mein persönliches Highlight): Wanderungen im Komodo Nationalpark, bei denen wir die Komodowarane aus nächster Nähe bestaunen konnten. Letztere werden bis zu 3 Metern lang und fressen auch ab und an mal einen Menschen, wenn sich gerade ein Touri mal wieder zu nah rangetraut hat :-P Sonst bevorzugen sie aber eher Hirsche oder Wasserbüffel. 








Die Warane hätten eigentlich die größten Tiere sein sollen, die wir zu Gesicht bekommen, wäre da nicht der Schorchelstop am Manta-Point gewesen! Mantas sind Rochen, die bis zu 5 Meter Durchmesser haben :-O Ihr müsst euch das folgendermaßen vorstellen: Boot ankert und 20 Europäer springen von Bord. Sobald einer einen Manta sieht, soll er rufen! Dank des Tschechen hatten wir dann das Glück gleich 3 zu sehen. Zumindest diejenigen, die eigene Flossen mit aufs Boot gebracht hatten - das waren genau wir zwei und ein anderes Pärchen. Die anderen waren leider zu langsam beim Schwimmen.



Trotzdem wurden schließlich alle belohnt, als es hieß: "There is something really BIG down there!" Er war wirklich, wirklich riesig, der Walhai, der da unter uns lang schwamm. Ein einmaliges Erlebnis! Ehrlich gesagt hatte ich ein bisschen Schiss als er genau unter mir war, schließlich hatte uns keiner von der Crew erzählt, was uns da eigentlich erwartet...dennoch: einmalig!


Mit so vielen Eindrücken im Kopf gingen wir schließlich von Bord um gleich wieder an Bord zu gehen. Dieses Mal aber "nur" 5 Stunden auf eine Fähre, die uns nach Bali brachte. Sanne und Arne reisten weiter mit uns, was die Zeit deutlich verkürzte! Auf Bali angekommen, hieß es dann aber doch "good bye" und wir fuhren alleine weiter nach Ubud, wo wir unsere letzten 4 Tage in Indonesien verbrachten. Wir sind wirklich sehr positiv von der Insel überrascht! Viele traveller erzählten uns schon von den Touristenmassen, die uns hier erwarten würden. Zwar gibt es hier wirklich viel mehr Touristen als auf den anderen Inseln, aber wir sind einfach wieder fasziniert von den Menschen, der balinesischen hinuistisch angehauchten Bauweise und von den Tempeln und Sehenswürdigkeiten (danke Renate und Werner für eure Tipps! :-) ).



So haben wir uns gestern und heute wieder einen Roller geschnappt und haben die Umgebung erkundet. Gestern ging's in die Reisterassen um Jatiluwih, in denen wir eine schöne Wanderung unternommen haben. 




Immer wieder sieht man in der Landschaft schöne Tempelanlagen, die man einfach besichtigen muss!
So ist es auch heute morgen geschehen. Allerdings hatte das GPS auf meinem Handy wohl eine andere Strecke als wir zu "Gulung Kawi" im Kopf und so mussten wir mit einem Ortsansässigen durch Reisfelder hinab zum Heiligtum stapfen - immer um die gefluteten Reisfelder balancierend.



Anschließend fuhren wir zu den heiligen Quellen von Tirta Empul. Ihr Wasser soll heilende Kräfte besitzen und so schlüpfte auch Hanni in ihren "Wet-Sarong" und genoss das Bad :-) Sie hat auch für euch ein Räucherstäbchen angezündet und ein kleines Blumenschälchen geopfert.





Letzendlich gefällt uns Bali aber auch so gut, weil unser Hotel einfach - das müssen wir jetzt noch los werden - der Hammer ist! Allerdings, um die ganze Wahrheit zu sagen: Die Betreiber sind kacke! Und ja, sie sind Franzosen - das tut mir Leid das als Französischlehrer sagen zu müssen, aber die sind echt assi! Aber ihr Hotel ist schön und dank der Nebensaisonpreise sind die Zimmer gut erschwinglich :-D 
Ok, ich hör auf! Wir lieben Frankreich und die Franzosen - ihr wisst es! Aber die....!!!




Ab morgen sind wir also in China! 
Keine Ahnung, ob das mit dem Blog dann klappt oder nicht! Letztes Mal ging's ja nicht, weil die chinesische Zensur sich mit blogspot, facebook und google nicht gut versteht ;-) Zumindest darin können wir mit den Hongkongnesen übereinstimmen, die gerade auf die Barrikaden gehen. Mit Freiheit hat das nämlich nichts zu tun... Wir hoffen zumindest, wir können euch irgendwie im November etwas von unseren Erlebnissen zukommen lassen! Geplant sind zwei Wochen Himalaya und zehn Tage mit Millie und Stella aus Shanghai.

Hanna & Timo







Freitag, 17. Oktober 2014

Ende gut, alles gut!

Salamat pagi, guten Morgen!

Wir sind buchstäblich am Ende! Unsere Reise durch die traumhafte Insel Flores führte uns heute zu unserem letzten Stopp, Ende, einer kleinen verschlafenen Stadt an der Südküste der Insel. Übermorgen geht es mit einem kleinen Propellerflugzeug zurück nach Labuanbajo, unserem Ausgangspunkt auf Flores, von wo aus wir in der kommenden Woche mit dem Boot nach Lombok aufbrechen werden. Auf dem Weg dorthin sind einige Tauch- und Schnorchelstopps vorgesehen. Yuhuuu! 




Sprichwörtlich am Ende waren wir als ich, Hanna, vor knapp einer Woche mit Verdacht auf Dengue-Fieber zur Blutabnahme ins Krankenhaus musste. Wir waren noch nicht einmal 24 Stunden hier, da ging es mir relativ plötzlich sehr schlecht: 39,5 Grad Fieber, Gliederschmerzen, Kopfweh, Erbrechen, Schlaflosigkeit,... das volle Programm. Zuerst dachten wir es seien überdurchschnittlich starke Nebenwirkungen der Tabletten, die wir zur Zeit zur Malaria-Prophylaxe nehmen. Als wir einem Freund meines Vaters davon berichteten, um zu erfragen, ob ich die Tabletten weiterhin nehmen solle, meinte er, dass seien keine Nebenwirkungen, es höre sich nach Dengue an. Ohoh!!! Also ab ins nächste Krankenhaus. Zum Glück gab es ein Krankenhaus mit Labor in einem nahegelegenen Dorf und zum Glück kam der wirklich nette Rezeptionist des Hotels, in dem wir untergebracht waren, mit uns, um naja, zu dolmetschen ;-) Danke nochmals, John! Die Diagnose war wieder Erwarten nicht Dengue, sondern Febris, was übersetzt "unknown fever" bedeutet. Auch nicht wirklich beruhigend könnte man jetzte denken, gemeint ist damit jedoch ein namenloses Fieber, eine "einfache" Erkältung, die ich mir unter Umständen im eiskalten Flugzeug zugezogen hatte. 3 Tage je 3x 3 Tabletten und mir ging es wieder super! Praktischerweise ist das Transportsystem auf Flores so angelegt, dass Busse Reisende an ihrer Unterkunft abholen und zur nächsten Schlafgelegenheit fahren, perfekt also für Alte und Schwache ;-) 







Auch anderweitig ist das Reisen auf Flores um einiges unbeschwerter als auf Sumatra: die Entfernungen sind geringer und schneller zu bewältigen, die Straßen sind super, es gibt viel weniger Straßenverkehrsteilnehmer, daher wird weniger überholt, weniger gehetzt, viiiiiiiiiiiiel weniger gehupt und die Busse sind nicht annähernd so voll wie wir es andernorts gewohnt waren, die Sonne scheint fast Tag und Nacht, die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch, was sich in einer breiteren Zahl von T-shirt-Trägerinnen niederschlägt und somit zu einem höheren Wohlbefinden meinerseits beiträgt, es gibt weniger Raucher und die Landschaft ist atemberaubend schön. Und hier spielen sie Celine Dion und Bryan Adams im Bus ;-) Die Zeit scheint in Flores stehengeblieben zu sein.





Flores verdankt seinen Namen zwar nicht seiner schönen Landschaften, sondern der uns noch verborgenen farbenfrohen Unterwasserwelt, denkbar wäre es jedoch. Es ist eine Insel wie im Traum: Bambuswälder, Reisterassen, Maisfelder, Bananenstauden, Kaffeeplantagen, heiße Quellen, schwarze und weiße einsame Strände, Berge, Vulkane mit und ohne Kraterseen, immer wieder Blicke aufs Meer, generell wenig bebaute Flächen, darunter kleine zum Teil auch noch sehr traditionelle Dörfer und Obst satt. Wann immer möglich führte unser Weg zum Markt: 5 Passionsfrüchte 30 Cent, 1 Mango 30 Cent, 5 Avokados 30 Cent, 5 Tomaten... 3x dürft ihr raten, wie viel, genau, 30 Cent,... Zum Glück waren wir mit dem Moped unterwegs, ansonsten hätten wir so viel Obst und Gemüse gar nicht tragen können. 



Und so picknickten wir während unserer Wanderungen mit selbstgemachter Guacamole und aßen so viele Passionsfrüchte bis sie uns fast aus den Augen quollen :-) Und so ist am Ende alles wieder gut! 

Bis bald, salamat jalan, Miss Timo und Mister Hanna








Donnerstag, 2. Oktober 2014

Von Affen und Fischen

Salamat malam, guten Abend! 

Wie manche von euch bestimmt schon auf den Fotos gesehen haben, waren wir im Dschungel/ Regenwald. Nach unserem Aufenthalt in Medan war die Zeit in Bukit Lawang, einem kleinen Ort am Rande des Gunung Leuser National Parks, eine wirklich sehr erholsame. In unserem auf dem Berg gelegenen Bungalow im "On the Rocks" haben wir es uns erstmal in der Hängematte schön gemütlich gemacht, bevor es dann für 3 Tage in den Regenwald ging um Orang-Utans (indonesisch für "Waldmenschen") zu sehen.



Am ersten Tag holte uns unser Guide Baik in unserer Unterkunft ab. Durch das Gartentor im hinteren Teil des Grundstücks gingen wir zu Fuß direkt in den Dschungel/ Regenwald...zunächst durch eine Gummiplantage: Kautschuk fließt hier direkt aus den Palmen in kleine Schälchen, die die Bauern an Sammelstellen abgeben und pro Kilo gerade mal 4€ bekommen. Kurz darauf befanden wir uns mitten im Dickicht des Waldes und schon hüpften kleine Affen (Makakken, Thomas Leaf Affen, Simang und Gibbons) durch die Wipfel der Bäume und wir mussten aufpassen, nicht eine "hot shower" abzubekommen ;-) Auf unserem weiteren Weg an diesem Tag sahen wir schon eine Orang-Utan Mutter mit ihrem Kleinen, allerdings mit vielen Touris drum herum, was die Faszination etwas dämmte. Mich störten vor allem die Guides, die alle zusammen saßen und rauchten wie die Schlote. Das ist hier in Indonesien leider ein alltägliches Übel! Überall, selbst in den Bussen, quarzt die ganze Zeit irgendein Depp und viele Reisende stimmen gleich mit ein :-/ Erst gestern Abend haben wir allerdings festgestellt, dass der Geruch mittlerweile einfach dazugehört und wir ihn uns fast gar nich mehr wegdenken können...ist halt so ;-) Trotzdem war die Natur im Gunung Leuser National Park natürlich faszinierend! 



Am ersten und auch am zweiten Tag wurden wir leider gen Nachmittag ziemlich nass - aber es heißt ja nicht umsonst Regenwald. So wurden dann auch unsere sexy Regencapes eingeweiht und wir durften miterleben, wie ein Orang-Utan sich zu uns an den Wegesrand setzte, sich ein paar Zweige zusammensuchte, um sie über seinen Kopf zu halten und mit uns im strömenden Regen auszuharren. Da hatten wir letzteren natürlich sofort vergessen und waren ganz aus dem Häuschen einen Orang-Utan 1m von uns beiden entfernt sitzen zu sehen!!! Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte uns die Hand  geschüttelt, was bei einer Verwandheit von ca. 96% mit uns Menschen auch nicht gerade verwunderlich gewesen wäre.



Zum Abschluss des zweiten Tages wuschen und badeten wir uns dann im Fluss, umgeben von Farnpalmen und Wasserfällen bevor wir unser 3***-Zelt mit Kopfkissen bezogen (in der ersten Nacht schliefen wir auf verwurzeltem Boden, was die Qualität des Schlafens ziemlich beeinträchtigte!). Dafür war das Essen durchweg spitze und vor allem Hanni war von den Fruchtarrangements unseres Koches Tom durchweg begeistert ;-)




Raus aus dem Dschungel ging es per Jungle Taxi, einem aus Reifen zusamengesetzten Schlauchboot ;-) Mittlerweile sitzen wir nicht mehr im Regenwald, sondern schauen auf türkisblaues Wasser! Das wird ja immer besser, werdet ihr jetzt denken - und Recht habt ihr :-P 


Nach einer ziemlich kalten Busfahrt durch die Nacht in den Norden Sumatras (genauer: nach Banda Aceh, evtl. im Atlas nachgucken ;-) ) - kalt wegen der aufgedrehten Klimaanlage - fuhren wir mit der Fähre auf die Insel Pulau Weh, wo wir uns seit genau einer Woche befinden. Die Insel ist ziemlich klein und viel kann man hier nicht machen, aber eine Sache steht hier ganz oben: die Unterwasserwelt! Zum Glück haben wir unsere Schnorchelsachen mit! Am ersten Morgen sind wir aus unserem Bungalow mit Meerblick direkt ins Wasser und es war einfach traumhaft schön! Doktorfische (Dori aus dem Film Nemo) und Nemos (Anemonenfische) soweit das Auge reicht, Muränen, Seesterne und -igel, und natürlich SCHILDKRÖTEN! Da wir zusammen mit unserem schweitzer Kumpel Olivier (15) schon um 6h30 morgens im Wasser waren (wir sind hier ja nicht zum Spaß!) hatten wir das Glück mehrmals welche zu sehen: wenn man sie entdeckt muss man sich geduldig zeigen und warten, warten und warten... Dann, für wenige Sekunden schwimmen sie nach oben um kurz Luft zu holen und in der Tiefe zu verschwinden. Ein unglaublicher Moment :-) Und weil's so schön ist, sind wir ganze 3 Tage in den verschiedensten Buchten und sogar an einem Unterwasser"vulkan" geschnorchelt! 





Eigentlich wollten wir dann weiterziehen, aber wir haben viele Reisende getroffen, die uns von den hervorragenden Tauchmöglichkeiten hier auf Pulau Weh erzählt haben. Hanni hat ja schon lange einen Tauchschein und hat lediglich einen kurzen Auffrischungskurs machen müssen. Seit heute bin auch ich stolzer Besitzer eines Tauscheins nach vielen Lesestunden im PADI-Handbuch, Theoriestunden und natürlich Praxisübungen im Wasser. Während Hanni also schon richtig mit einem Boot hinausfuhr und sich mit einem Guide in die Tiefe "stürzte", musste ich mich noch etwas gedulden... Wie faszinierend insbesondere die tiefere Unterwasserwelt ist, können die Fotos zwar nicht ganz zeigen, aber einen guten Eindruck bekommt ihr schon.




Morgen werden wir dann das erste Mal zusammen, selbstverständlich mit einheimischem Guide, bis fast 30m in die Tiefe gehen. Etwas nervös sind wir zwar noch wenn wir uns rückwärts aus dem Boot ins Wasser fallen lassen, die Luft aus dem BCD (buoancy control device; buoancy = Auftrieb) lassen und nach unten gehen, aber einmal dort angekommen, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr raus: Feuerfische, Oktopusse, Muränen, Steinfische, Krabben, Napoleonfische, Federwürmer, Muscheln und vieles mehr. Zum Teil kann man durch Schluchten und an mit Seefarnen und Korallen besetzten Riffen vorbeitauchen und im Gegensatz zum Schnorcheln hat man überall um sich rum Fischschwärme. Schaut euch einfach die Fotos an...




Am Montag geht's dann wirklich weiter - auf die Insel Flores. 

Bis bald, eure Taucher und Schnorchler